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2 Tage SchreibWerkStatt mit Franziska Hauser ..

12.10.2019 um 10:00 Uhr bis 13.10.2019

Franziska Hauser .. Autorin der Bücher SOMMERDREIECK und DIE GEWITTERSCHWIMMERIN .. beehrt uns mit ihrem Besuch, einer Lesung am SamstagAbend aus SOMMERDREIECK und einer zweitägigen SchreibWerkStatt für die Interessierten des SelberSchreibens am zweiten WE des Wiesenburger LiteraturHerbstes.

 

Geschrieben und gelesen wird in unserem VereinsHaus. Hier kann auch übernachtet werden.

KursGebühr ist 125 € für beide Tage.

MindestTeilnehmerZahl ist 4.

Bitte melde dich per Mail an, wenn du dabei sein willst.

 

Ausschnitt aus einem Interview mit Franziska Hauser:

 

Was hat dich dazu bewegt, Literatur nicht nur zu schreiben, sondern auch zu lehren?

 

Das war eine Erfahrung aus einem Kurs, den ich an der Schauspielschule geleitet habe. „Wie präsentiere ich meine Arbeit“. Ich hatte mich davor gefürchtet, aber dann war es so erfüllend und bereichernd auf beiden Seiten. Ich war zwar danach vollkommen im Eimer, aber im Glückseimer. Während der Schreibwerkstatt im Literaturhaus München, an der ich teilgenommen hab, ging es mir ähnlich. Es hat mehr Spaß gemacht mich mit den Texten der anderen zu beschäftigen und ihnen weiterzuhelfen, als mir am eigenen Text helfen zu lassen. Ich habe das Gefühl so viele überschüssige Ideen und Erfahrungen zu haben, die ich selbst nie  verarbeiten könnte, dass ich davon etwas ausschenken muss.

 

Wie bist du zum Schreiben gekommen?

 

Mit elf Jahren wollte ich Schriftstellerin werden. (Das weiß ich nur aus einem Video, das mein Vater aufgenommen hat:

http://www.foto-haus.info/Skriptophonie.php?SEITE=kindsein-trailer) Irgendwann muss mir das entfallen sein. Vielleicht lag es an meinem ersten Deutschlehrer, der mir das Gefühl gegeben hat, dass ich die Worte nicht benutzen darf, wenn ich sie nicht alle richtig schreiben kann. Ich habe Bühnenbild studiert, am Theater gearbeitet und nachts als Scherzartikelverkäuferin im Varieté. Die Unterhaltungsbranche war mir zu hart und am Theater ging es auch nicht friedlich zu. Mit Anfang zwanzig habe ich angefangen Kinder zu bekommen und Fotografie zu studieren. Das war sehr friedlich. Nur ernähren konnte ich die Kinder von der Fotografie nicht. Als Trainerin für Selbstverteidigung habe ich an Schulen gearbeitet, dann mit meiner Schwester einen Laden aufgemacht, und alles produziert, was sich irgendwie verkaufen ließ. Mein Exmann war Schriftsteller. Da dachte ich wieder, die Worte und Satzzeichen würden ihm gehören. Er sagte aber, dass es nicht so wichtig ist, immer zu wissen wo die Kommata hinkämen und schenkte mir einen Computer mit allen Buchstaben. Seitdem benutze ich sie. Ich schreibe das auf, was ich vorher fotografiert habe. Das literarische Feld ist einfach größer als das Fotografische.

 

Was magst du an Berlin besonders?

 

Da ich nie woanders gelebt habe, kann ich die Stadt schwer beurteilen und nicht vergleichen. Ich bin in ihrer Mitte geboren, wurde von ihr erzogen, habe mich angepasst, gelernt mir zu nehmen was ich brauche und mich nicht ausbeuten zu lassen. Ich bin einerseits eine Berliner Straßenkatze und andererseits eine verwöhnte Wohlstandstochter. In beidem sehr individualistisch. Ich könnte behaupten, dass ich mit allem irgendwie klarkomme, aber sobald ich nicht jederzeit sagen darf was ich denke, komme ich nichtmehr klar. Das ist meine „Berliner Erziehung“. Wenn ich auf dem Land bin und merke, dass ich von der Stille schon gar nichts mehr weiß und von der Langsamkeit, mit der dort die Dinge passieren, die einem nur auffallen können, wenn man genau hinsieht, dann komme ich mir ganz degeneriert vor. Ich könnte mich diesem stillen Dasein nur schwer ergeben.  

In Berlin kann man sich die Welt ansehen, weil alles irgendwann mal vorbeikommt. Sogar das New Yorker MoMA wurde mir hergebracht. Ich kann Menschen aus der ganzen Welt kennenlernen. Das Haus in dem ich wohne ist wie ein Bahnhof. Wenn es mir reicht fahre ich an ein brandenburgisches Gewässer. Das empfinde ich als Freiheit.

 

> Das Interview entstand im Auftrag des Schreibwerks Berlin, wo FH regelmäßig SchreibKurse anbietet. <

 
 

Veranstalter / Veranstaltungsort

Freundeskreis Alte Schule e.V.

Hermann-Boßdorf-Str. 14
14827 Wiesenburg/Mark

Telefon (033849) 164455

E-Mail E-Mail:
www.alteschule-wiesenburg.de

 

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